Fragen und Tipps zur Unternehmenskrise & Insolvenz

Allgemeines

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich nicht einfach und kurz zu beantworten. Grundsätzlich aber gilt: Es ist z.B. zu prüfen ob das Unternehmen mehr als  10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten  innerhalb von 3 Wochen nicht mehr erfüllen kann. Hierfür sind fällige Zahlungspflichten, verfügbare Geldmittel, ggf. Liquiditätszuflüsse (wie Kredite) zu ermitteln und mit fälligen Zahlungspflichten zu vergleichen. Auch hier steht Ihnen der erfahrene Sanierungsberater hilfreich zur Seite, um alle Aspekte zur Fragen der Zahlungsunfähigkeit zu untersuchen.

Mit Annahme des Insolvenzplanes und dessen Erfüllung.

In einer Unternehmenskrise benötige ich einen sogenannten „Krisenstab“. Dieser sollte sich aus einem erfahrenen Sanierer, einem sanierungserfahrenen Rechtsanwalt und einem guten Steuerberater zusammen setzen.

  • Gehen Sie zu einem erfahrenen Sanierungsberater und holen sich Hilfe.
  • Warten Sie nicht zu lange. Der Sanierungsberater kann Ihnen nur helfen, wenn das „Tafelsilber“ noch nicht weg ist und die Kontakte zur Hausbank, Lieferanten und Kunden noch nicht „verbrannt“ sind.
  • Lassen Sie den Sanierungsberater mit den eingebundenen Parteien wie Hausbank, Lieferant, Kunden, Mitarbeitern sprechen.
  • Erstellen Sie einen Liquiditätsplan, der Ihnen aufzeigt, wann welche Zahlungen zu leisten sind und mit welchen Geldeingängen zu rechnen ist. Auch hier hilft Ihnen der Sanierungsberater, allein schon mit entsprechenden Dateien und Ausfüllhinweisen, dann mit den entsprechenden Maßnahmen.
  • Sind Ihre Forderungen realistisch? Gibt es auch hier vielleicht Kunden, die selbst in Zahlungsschwierigkeiten sind, so dass sich Ihre Geldeingänge weiter verzögern? Wie ist Ihr Mahnwesen?

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ESUG - Gesetz zur weiteren Erleichterung von Unternehmen

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung halten wir das Eigenverwaltungsverfahren für praktikabler.

Das Eigenverwaltungsverfahren dient letztlich dazu, dem Unternehmen durch einen Vergleich mit den Gläubigern und ggf. notwendiger Neustrukturierung des Unternehmens diesem einen „Neustart“ zu ermöglichen, so dass der Unternehmer danach wieder selbständig handeln und sein Unternehmen gewinnbringend fortführen kann. Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden, die bislang erfolgreich mit dem Unternehmen zusammengearbeitet haben, können dies auch bestenfalls während und nach der Sanierung weiterhin tun.

Nach dem gestellten Antrag bei Gericht gibt es zunächst ein vorläufiges Verfahren, das dazu dient, die ersten Maßnahmen einzuleiten, Gläubigerrechte zu sichern und die Insolvenzgeldzahlungen und die Insolvenzeröffnung vorzubereiten. Spätestens 3 Monate nach Einleitung wird das Verfahren eröffnet und operative Sanierungsmaßnahmen können intensiviert und umgesetzt werden. 

Insolvenzrechtlich werden Anfechtungstatbestände erfasst und geprüft, die notwendige Berichtserstattung erstellt, sowie der Insolvenzplan entwickelt und geschrieben. Nach Einreichung des Insolvenzplanes bei Gericht wird dieser von den Gläubigern geprüft. Nach einer gesetzlich definierten Mehrheit der Gläubiger wird der Plan dann bestenfalls angenommen und die Forderungen der Gläubiger nach der im Plan festgesetzten Quote ausgezahlt.

Somit ist das Unternehmen dann wieder allein am Markt handlungsfähig. Auch wenn der Gesetzgeber mit dem ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) die verstärkte Sanierung von Unternehmen als Zielsetzung hat, handelt es sich auch bei einem Eigenverwaltungsverfahren letztendlich um ein Insolvenzverfahren, dass in erster Linie zur Aufgabe hat, die Rechte der Gläubiger zu wahren. Ein erfahrener Sanierer weiß, wie man mit diesem Konflikt innerhalb dieses Verfahrens professionell um zu gehen ist.
 

Der Sachwalter wird vom Insolvenzgericht eingesetzt, um sicher zu stellen, dass die Rechte der Gläubiger im Eigenverwaltungsverfahren gewahrt werden und das Verfahren insolvenzrechtlich korrekt abgewickelt wird.

Der Sachwalter tritt somit als eine Art Aufsichtsrat auf, der i.d.R. keine Befugnisse hat, die nach außen wirken.  Ausnahme hierzu ist, dass das Gericht dem Sachwalter i.d.R. überträgt, die Gläubiger über das Eigenverwaltungsverfahren durch Zustellungen zu informieren und die sogenannte Forderungstabelle zu führen.

Nach unserer Erfahrung bleiben 99% aller Kunden und 99% aller Lieferanten erhalten, da immer mehr und mehr Akzeptanz für das Eigenverwaltungsverfahren erkennbar ist. Voraussetzung hierfür ist, dass eine frühzeitige und richtige Kommunikation zwischen dem insolventen Unternehmen und seinen Kunden, Lieferanten und Gläubigern stattfindet. Auch hier steht Ihnen der Sanierungsberater zur Seite und übernimmt schwierige Gespräche.

Ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Eigenverwaltungsverfahren ist, dass die Antragsstellung zu spät erfolgt, durch unprofessionelle Sanierungsmaßnahmen vor einer Antragsstellung das „Tafelsilber“ des Unternehmens dadurch restlos verbraucht wird und somit für die Sanierung im Eigenverwaltungsverfahren nicht mehr ausreichend Kapital vorhanden ist.

Ein weiterer Grund ist die unprofessionelle Vorbereitung und Beantragung des Eigenverwaltungsverfahrens. Anders als bei der Beantragung der Regelinsolvenz muss der Antrag eines Eigenverwaltungsverfahrens nach §§270 a / 270 b InsO sehr gründlich und mit hohem Insolvenzrechtswissen vorbereitet und durchgeführt werden.

Beide werden zunehmend als Sanierungsmaßnahmen anerkannt und akzeptiert. Und denken Sie nicht auch, dass eine vollzogene Sanierung in der Gesellschaft mehr Ansehen verschafft als ein lang anhaltender Engpass, von dem Geschäftspartner,  Angestellte, Nachbarn sowieso schon wissen? 

Dies kann der erfahrene Sanierungsberater bei Antragstellung des Verfahrens beurteilen. Oftmals ist schon beim Erstgespräch erkennbar, ob das Unternehmen sanierungsfähig sowie sanierungswürdig ist

Das Verfahren endet mit der Annahme des Insolvenzplanes und dem darauf folgenden Beschluss des Gerichts, dass das Insolvenzverfahren eignestellt ist. Der Insolvenzplan ist im Prinzip ein Vergleich Unternehmen und dessen Gläubigern. Somit ist das Unternehmen auf dem Markt wieder handlungsfähig.

Erfahrungsgemäß dauert das Eigenverwaltungsverfahren zwischen 6 und 12 Monaten, dies ist allerdings abhängig von der Komplexität der Sanierung.

Zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung entscheidet der zuständige Richter am Insolvenzgericht. Der Richter kann sich eines Gutachters bedienen, wenn er Zweifel darüber hat, ob eine Eigenverwaltung Erfolg verspricht. Umso professioneller der Antrag auf Eigenverwaltung vorbereitet und formuliert ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der zuständige Richter den Antrag positiv und ohne Hinzuziehung eines Gutachters entscheidet.

Für Kapitalgesellschaften sind die Verfahren grundsätzlich geeignet, bei Einzelunternehmen kann auch die Eigenverwaltung sinnvoll sein. Dies sollten Sie vom Sanierer prüfen lassen.

Einem Laien ist es nahezu unmöglich, diesen Antrag selbst vorzubereiten, so dass dieser auch vom Insolvenzgericht positiv entschieden wird. Ein insolvenzerfahrener Sanierer kann Sie hier fachlich dabei unterstützen, da er weiß, welche Punkte wichtig sind und wie hoch die Qualität des Antrages zur Einreichung bei Gericht sein muss.

Zunächst ist es wichtig einen entsprechenden Krisenstab mit dem Sanierer zu bilden. Zahlungen sollten zunächst vollständig eingestellt werden und nur dann geleistet werden, wenn der Sanierungsberater dazu rät. Insbesondere sollten keine Überweisungen an den Unternehmer selbst, dessen Familienmitglieder und andere nahestehenden Personen getätigt werden oder an diese noch Vermögenswerte des zahlungsunfähigen Unternehmens übertragen werden.

Ebenso sollte ein neues Guthabenkonto eröffnet werden und Zahlungen der Kunden ab sofort ausschließlich auf dieses Konto geleitet werden. Der Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft ist hierzu in der Krise sogar verpflichtet.

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Eigenverwaltungsverfahren um eine harte Sanierung. Einsparungen, die dem Betrieb auferlegt werden, werden auch vom Unternehmer persönlich erwartet. Dies bedeutet, dass auch die Familie „den Gürtel enger schnallen“ muss.

 

Insolvenz

Ein Vergleich zwischen dem schuldnerischen Unternehmen und den Gläubigern.

Im Eigenverwaltungsverfahren (§ 270 a InsO) bei Insolvenzreife, also bei Zahlungsunfähigkeit und im Schutzschirmverfahren (§ 270 b InsO) bei drohender Zahlungsunfähigkeit.

Grundsätzlich besteht bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG) die Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz, nicht jedoch bei Personengesellschaften (Einzelunternehmen, BGB-Gesellschaft, OHG, KG). Eine verspätete Anmeldung nennt man Insolvenzverschleppung. Hierfür ist die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu prüfen, wobei die Werthaltigkeit von Forderungen oftmals falsch eingeschätzt werden und daher die Zahlungsfähigkeit falsch beurteilt wird. Nicht zu vergessen ist, dass die Insolvenzverschleppung eine Straftat darstellt, die eine Geld- bis zu einer Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann.

Bei Kenntnis der bestehenden oder unmittelbar bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit. Das Gesetz führt hierzu aus, dass die Insolvenzanmeldung bei vorliegender Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit „sofort und ohne schuldhaftes Verzögern“ zu erfolgen hat.

Im „Volksmund“ hat sich die Meinung gebildet, dass drei Wochen Zeit zur Insolvenzanmeldung zur Verfügung stehen. Das ist so nicht richtig und falsch interpretiert! Diese drei Wochenfrist kann nur genutzt werden, die Insolvenzgründe zu beseitigen, wenn auch berechtigte Gründe annehmen lassen, dass die Insolvenz in diesen drei Wochen auch wirksam beseitigt werden kann. Bestehen diese berechtigten Gründe nicht, ist „sofort und ohne schuldhaftes Verzögern“ Insolvenz anzumelden.

Im Idealfall wenden Sie sich an den einen erfahrenen Sanierungsberater, dieser kann durch eine Insolvenzreife- oder Zahlungsunfähigkeitsprüfung eine genaue Analyse erstellen.

Nein, eine Überschuldung alleine nicht. Aber eine Überschuldung geht der Insolvenzreife meist voraus, da die Schulden kontinuierlich zurück gezahlt werden müssen und die Liquiditätsmöglichkeiten oftmals übersteigen.

Hierfür kann für maximal drei Monate das Insolvenzgeld beantragt werden, das von der Agentur für Arbeit gezahlt wird. Ein erfahrener Sanierungsberater arbeitet mit den entsprechenden Banken zusammen, die dieses Insolvenzgeld vorfinanzieren, damit ihre Mitarbeiter pünktlich die „Lohnersatzleistung“ erhalten und sich somit die Auswirkungen der Eigenverwaltung möglichst nicht oder nur gering auf den Mitarbeiter auswirken und diese motiviert bleiben, das Unternehmen auch in der Krise bestmöglich zu unterstützen.

Sicherheitshalber: nichts! Zahlungen sollten nur in enger Abstimmung mit dem Sanierungsberater getätigt werden. Darin inbegriffen sind auch bzw. insbesondere Zahlungen, die an sich selbst oder die eigene Familie geleistet werden sollen. Hier sollte beachtet werden, dass es sich dabei um eine Straftat handeln könnte und / oder das Eigenverwaltungsverfahren gefährdet werden kann.

In der Regel wird das Sanierungsgutachten von Banken gefordert, um prüfen zu können, ob das Unternehmen noch finanzierungsfähig ist. 

In der Regel sind es Gläubiger wie Sozialversicherungsträger (Krankenkassen oder Berufsgenossenschaft) oder öffentlich-rechtliche Stellen (Finanzamt), die einen Insolvenzantrag über Ihr Unternehmen stellen. Sobald ein Gläubiger bereits einen Insolvenzantrag über Ihr Unternehmen gestellt hat, ist ein Antrag auf Eigenverwaltung nicht mehr möglich. In diesem Fall haben Sie Ihre Verpflichtung zur Insolvenzanmeldung mit hoher Wahrscheinlichkeit verpasst und befinden sich möglicherweise schon in der Phase der Insolvenzverschleppung!

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