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Die Wende geschafft

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Ein massiver Forderungsausfall hätte die Reich GmbH Kunststoffverarbeitung fast die Existenz gekostet. Mit einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und einer Kapitalspritze der BayBG gelang die Rettung.

EVA ELISABETH ERNST

Zunächst sah alles nach einer klassischen familiären Nachfolgelösung aus: 2010 stieg der ehemalige Unternehmensberater Ralph Breiltgens bei der Reich GmbH Kunststoffverarbeitung ein. Den Betrieb hatte sein Großvater 80 Jahre zuvor gegründet, anschließend leitete sein Onkel Georg die Firma. Als Breiltgens aus privaten Gründen von Berlin nach München ziehen wollte, erschien die Übernahme des Familienunternehmens in Pürgen bei Landsberg am Lech vielversprechend. Inzwischen taugt die Firmengeschichte nicht nur als Beispiel für einen Generationswechsel, sondern auch als Muster für ein gelungenes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Für den Gründerenkel war die nahende Krise zunächst kaum erkennbar. Bei der Überprüfung der Zahlen stellte er zwar einen gewissen Entwicklungs- oder vielleicht sogar Sanierungsbedarf fest: „Doch ich habe auch viele Punkte gesehen, an denen ich ansetzen und den Familienbetrieb weiterentwickeln konnte.“ Besonders bei der Informationsverarbeitung und der Projektabwicklung erkannte Breiltgens Verbesserungspotenzial. Im Zuge der Nachfolgeregelung leistete er einen finanziellen Beitrag – „in nicht unerheblicher Höhe“, wie er anmerkt. „Diese Eigenkapitalspritze war nötig, da sich der Unternehmen bereits damals in einer angespannten finanziellen Situation befand.“ Doch operativ arbeitete Reich profitabel, die Kundenbasis war stabil, die Auftragslage gut bis sehr gut.

Nach vier erfolgreichen Jahren kam es im Januar 2015 zu massiven Schwierigkeiten: Ein wichtiger Kunde meldete Insolvenz an. Reich musste einen hohen sechsstelligen Betrag abschreiben. „Die Bonitätsauskunft für diesen Kunden war sehr gut. Der Ausfall war nicht abzusehen“, sagt Breiltgens. „In unserer damaligen Situation war es unvermeidbar, Insolvenz anzumelden.“

Anfang Februar 2015 stellte Breiltgens Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei diesem Verfahren leitet der Unternehmer selbst die Sanierung in die Wege und behält die Verfügungsgewalt über seine Firma. Das Gericht stellt ihm lediglich einen Sachwalter zur Seite, der die Abläufe überwacht – anders als bei einem Regelinsolvenzverfahren, bei dem die Kontrolle über das Unternehmen an einen Insolvenzverwalter abgegeben wird.

Voraussetzung für eine Insolvenz in Eigenverwaltung ist, dass die angestrebte Sanierung reelle Erfolgsaussichten hat. Davon muss der Unternehmer sowohl das Insolvenzgericht als auch die Gläubiger durch ein fundiertes Eigenverwaltungskonzept überzeugen. Um Reich wieder auf Kurs zu bringen, arbeitete Breiltgens vor dem folgenschweren Forderungsausfall bereits seit einigen Monaten mit dem Sanierungsberater Thomas Planer von Planer & Kollegen aus Landsberg am Lech zusammen. Da erwies sich als Glück im Unglück: „Die Berater hatten bereits zahlreiche Analysen durchgeführt und konnten uns daher beim Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung inklusive Sanierungs- und Liquiditätsplan rasch und kompetent unterstützen“, so Breiltgens.

Das Gericht akzeptierte den Antrag und eröffnete drei Monate später das Insolvenzverfahren. Als Sachwalter ernannte das Gericht Matthias Hofmann von der Kanzlei Pohlmann Hofmann aus München, dem Breiltgens hohen Sachverstand attestiert und mit dem er gut zusammenarbeitete. Auch bei dieser Variante eines Insolvenzverfahrens müssen jedoch sämtliche Möglichkeiten zur bestmöglichen Zufriedenstellung der Gläubiger geprüft werden – selbst der Verkauf des Unternehmens. Daher wurden zahlreiche potenzielle Käufer, darunter auch direkte Mitbewerber, kontaktiert. „Es gab einige ernsthafte Interessenten, die ein Angebot für das Unternehmen vorlegten“, so Breiltgens.

Marktstellung und Produkte überzeugten den Investor

Auf der Suche nach der bestmöglichen Option sprach der Firmenchef auch Investoren an, die seinen Sanierungskurs mittragen würden. Aus seiner Zeit als Unternehmensberater kannte Breiltgens die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH, die sich auf den bayerischen Mittelstand konzentriert. Dass es sich dabei um ein befristetes Investment handeln würde, war für Breiltgens auch ein Grund, dort anzuklopfen.

Die BayBG erklärte sich bereit, als Minderheitsgesellschafter einzusteigen. „Uns haben vor allem die Marktstellung und die Produkte überzeugt“, sagt BayBG-Projektmanager Erwin Wick (45). „Außerdem war und ist die Reich GmbH ein ertragsstarkes Unternehmen. Die Krise war nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass dem Unternehmen vor dem Generationswechsel zu viel Liquidität entzogen worden war.“

Gemeinsam mit den Experten von Planer & Kollegen und der BayBG entwickelte Breiltgens den Insolvenzplan und stellte ihn im Januar 2017 der Gläubigerversammlung beim Erörterungs- und Abstimmungstermin vor Gericht vor. Sowohl die Gläubiger als auch Mitarbeiter und Betriebsrat stimmten für die Beteiligungslösung mit der BayBG. „Und das lag nicht nur daran, dass der Schuldenschnitt für die Gläubiger bei dieser Alternative günstiger ausfiel“, betont der Unternehmer.

Schließlich hatte sich Breiltgens während des Insolvenzverfahrens um größtmögliche Transparenz gekümmert. So informierte er regelmäßig Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter und nicht zuletzt die Hausbank über das Vorgehen und die Fortschritte bei der Sanierung und warb um Verständnis für die Situation.

„Von unseren Lieferanten, mit denen wir größtenteils schon sehr lange und partnerschaftlich zusammenarbeiten, habe ich sehr viel Zuspruch erhalten“, freut sich Breiltgens. Auch auf die Unterstützung der Hausbank, die Sparkasse Landsberg – Dießen, konnte er zählen. „Aufgrund der langjährigen Kundenbeziehung kannten die Entscheider das Unternehmen sehr gut und haben unsere Fortführungsprognose positiv bewertet.“

Den Kunden konnte er die Sicherheit vermitteln, dass Aufträge in gewohnt hoher Qualität durchgeführt werden. Ein großer Vorteil der Insolvenz in Eigenverwaltung besteht darin, dass sich das Unternehmen weiterhin an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen darf. Dadurch hatte Reich selbst in dieser kritischen Phase volle Auftragsbücher.

„Zu unserem Sanierungskurs gehörte allerdings die strategische Entscheidung, das Unternehmen zu verkleinern, um den Vertriebsdruck zu senken und die Effizienz der Prozesse weiter zu verbessern. Daher konnten wir Entlassungen leider nicht vermeiden“, bedauert Breiltgens. Vor zwei Jahren waren knapp 50 Mitarbeiter an Bord, mittlerweile sind es nur noch 35. Die Restrukturierung scheint geglückt: Der Umsatz blieb stabil, die Profitabilität stieg.

Am 2. April 2017 wurde das Insolvenzplanverfahren erfolgreich abgeschlossen. Die BayBG hält seither 49 Prozent der Unternehmensanteile, Breiltgens 51 Prozent. „Dadurch sind wir nun auch finanziell besser aufgestellt“, sagt der Firmenchef. „Jetzt können wir strukturiert und vor allem gesund wachsen.“

Quelle: Wirschaft - Das IHK-Magazin für München und Oberbayern - 07/17

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„Durch die lösungsorientierte und konstruktive Zusammenarbeit mit Herrn Planer konnte im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahren nach § 270 a InsO eine neue Grundlage für unser Unternehmen – die Kunststoffverarbeitung Reich GmbH – geschaffen werden. Auch wenn das Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, lässt sich für den bis jetzt gegangenen Weg ein positives Resümee schließen.“

Kunststoffverarbeitung Reich GmbH, Pürgen

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„Planer & Kollegen hatte die Aufgabe im Bereich Unternehmens-Finanzierung und Abwicklung der Insolvenz unseres Factoring-Partners Lösungen zu finden. Hier wurde durch eine stetige und offene Kommunikation eine sichere Abwicklung gewährleistet und Planer & Kollegen hat uns tatkräftig unterstützt, außerdem konnten uns hier interessante Alternativen vorgeschlagen werden, die wir gemeinsam umsetzen. Hervorzuheben in allen Bereichen ist die professionelle Abarbeitung und vor allem auch die kontinuierliche Kommunikation auf Geschäftsleitungsebene, sodass hier eine permanente Abstimmung erfolgt.“

LogiConServ GmbH, Rostock

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"Durch Ihre Analysen und die radikalen Änderungen, die von unserer Seite viel Mut gekostet haben, haben Sie uns Wege aufgezeigt unsere Stärken auszubauen, unser Profil zu schärfen, sowie neue Ideen zu verwirklichen. Bei der Erstellung des Businessplanes und der Suche nach einer neue Bank, die das geänderte Konzept mitträgt, konnten wir von Ihrer langjährigen Erfahrung, sowie Ihren professionellen Team profitieren."

mayr + mayr GmbH, Wolfratshausen

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"Die extreme Kompetenz und die kompromisslose Unterstützung von Herrn Planer und dem gesamtem Team sowie das Gefühl mit all den Sorgen nicht mehr alleine zu sein, das tut unbeschreiblich gut. Beispielsweise die Kontaktaufnahme mit Gläubigern, das Aufstellen eines Liquiplanes, das Führen von Bankgesprächen, den anfänglichen Aufbau unseres neuen Unternehmens- dies und vieles mehr wurde uns abgenommen bzw. hier wurden wir massiv unterstützt. Oder einfach gesagt – ohne Sie alle hätten wir KEINE Chance gehabt! Danke!“

Koenders UG Garten- und Landschaftsbau , Unter-Mossau

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„Wir waren sehr erfreut darüber mit Herrn Planer einen Projektanten gefunden zu haben, der mit abstrakten Fragstellungen während der Sanierungsphase problemlos umgehen konnte, ohne dabei die praktischen Notwendigkeiten und Ziele aus dem Auge zu verlieren. Die immer ziel- und ergebnisorientierte Zusammenarbeit war konfliktfrei und erfolgreich. Das Projekt wurde in allen Phasen kompetent begleitet. Neben seiner fachlichen Qualifikation ist das besondere Engagement sowie Verständnis hervorzuheben.“

Industriebau und -Verwaltungs-GbR, Todtenweis

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„Die Planer & Kollegen GmbH stand mir bei der Existenzsicherung des Unternehmens, der Umfirmierung und der Entwicklung eines neuen Logos, der Erstellung und Umsetzung eines Marketingkonzepts sowie der Optimierung der operativen Unternehmensebene zur Seite. Die nötigen Maßnahmen, welche mir aus meiner äußerst schwierigen Situation verholfen haben, wurden gemeinsam mit Ihnen abgeschlossen. Durch Ihre Verwaltung und Organisation, sowie Ihre Verhandlungsqualität und Kompetenz, konnten alle Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Neben der betriebswirtschaftlichen Beratung haben Sie mich auch persönlich in meiner Situation begleitet. Ich möchte mich bei Ihnen für Ihr zuverlässiges und überdurchschnittliches Engagement bedanken.“

Hähnchen Finke, Dorsten

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„Durch unsere gute Qualität waren wir schon bekannt, doch durch Ihre Beratung sind wir noch besser geworden. Unser Ziel war es die Kundenzufriedenheit, die Thekenbelegung und die Vielfalt im Sortiment noch zu verbessern. Auch hatten Sie uns geraten eine Filiale zu eröffnen. Diesem sahen wir zuerst mit skeptischem Auge entgegen, doch die Eröffnung war ein großer Erfolg. Dank Ihrer Arbeit hat mein Unternehmen nicht nur an Ansehen gewonnen, sondern gleichzeitig ist auch der wirtschaftliche Erfolg meines Unternehmens gestiegen.“

Metzgerei Hermann Ey, Mittelneufnach

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