Landsberger Sanierungsberater Thomas Planer

zieht Bilanz zum Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen

„Unternehmen erfolgreich saniert“ – diese Schlagzeile sollte am Ende einer Insolvenz in Eigenverwaltung nach § 270a InsO (Insolvenzordnung)  stehen. So jedenfalls die Idee, die den Gesetzgeber vor nun gut fünf Jahren veranlasste, ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) einzuführen. Das Gesetz sollte Unternehmern die Angst vor der Insolvenz nehmen, sie animieren, die Krise als Chance zu begreifen, sich frühestmöglich an einen Sanierer zu wenden um auf mittlere Sicht Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten. Gut fünf Jahre ist das Gesetz nun in Kraft. Was hat es gebracht? Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Warum Insolvenz in Eigenverwaltung?

Die „Boston Consulting Group“ kam in einer kürzlich zum Thema veröffentlichten Studie zu dem Fazit: Die wesentlichen Ziele des Gesetzgebers wurden erreicht, allem voran seien Dauer und Ablauf planbar geworden – und mit einer Verfahrensdauer von unter einem Jahr auch überschaubar. Dies sieht auch Thomas Planer (Planer & Kollegen GmbH) so, Unternehmensberater und Sanierer aus Landsberg/Lech. Früh hatte er sich auf diese Form der Sanierung spezialisiert, gilt heute als ausgewiesener Experte. Vor fünf Jahren hatte er das wohl erste Verfahren zur Insolvenz in Eigenverwaltung nach § 270a InsO begleitet,  bis heute sind es rund 70. Eine Zahl, hinter der Schicksale stehen: „Natürlich ist es für den Unternehmer zunächst kein einfacher Schritt, sich einzugestehen, dass da was schief läuft. Er versucht, die drohende Insolvenz mit allen Mitteln abzuwenden, manchmal auch am Rande der Legalität. Dabei bietet die Sanierung in Eigenverwaltung hervorragende Erfolgsaussichten, das Unternehmen im Gesamten zu erhalten – wenn der Unternehmer früh und verantwortungsbewusst handelt.“ Schließlich biete dieses Verfahren große Chancen – für alle Beteiligten.

 

Damit Ihr Unternehmen wieder Biss bekommt!

„Der Unternehmer kann in der Regel sein Unternehmen behalten – er agiert sozusagen selbst als Insolvenzverwalter. Eine Vielzahl der Arbeitsplätze bleibt erhalten, was oft eine der größten Sorgen der Unternehmer ist – nicht selten sind Mitarbeiter über viele Jahre oder Jahrzehnte im Betrieb. Außerdem läuft der Betrieb weiter – zugesagte Aufträge können erledigt werden, die Kunden halten dem Unternehmen hier in den allermeisten Fällen die Treue. Und schließlich: Die Quoten der Gläubiger, die ihr Geld möchten, sind in der Eigenverwaltung signifikant höher als bei der Regelinsolvenz.“ Lt. Studie liegen die Quoten nach ESUG bei rd. 18.7 % - Planer hat hier noch bessere Erfahrungen. „In den von uns begleiteten Verfahren liegen die Quoten bei durchschnittlich knapp 22 %“. Ein enormer Wert, insbesondere auch im Vergleich zur Regelinsolvenz mit durchschnittlich 2,1 %. 

Entscheidend: Der Zeitpunkt

Warum aber werden dann bis heute lediglich 2,6 % der Insolvenzen in Eigenverwaltung durchgeführt? „Weil leider noch immer viel zu viele Unternehmer zu lange warten, meist in der Hoffnung, das noch selbst hinzukriegen´“.

Dabei verpassen sie den Zeitpunkt, zu dem Profis wie Thomas Planer die Firma durch ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung retten könnten. „Ist das Unternehmen bereits materiell insolvent, ist also kein Kapital mehr vorhanden, können auch Löhne und Sozialabgaben nicht mehr bezahlt werden – dann ist die Regelinsolvenz oft unvermeidlich.“ Deshalb sei es so wichtig, den richtigen Zeitpunkt hier nicht zu verpassen. „Lieber fragt der Unternehmer zu früh nach – vielleicht können wir dann sogar außergerichtlich sanieren oder ein Schutzschirmverfahren nach § 270 b InsO anstrengen.“ Dies sei ebenfalls ein Instrument des ESUG und nur möglich, wenn noch keine Insolvenzreife bestehe.

Fazit

Alles in allem fällt die Zwischenbilanz „5 Jahre ESUG“ also positiv aus? Thomas Planer ist überzeugt: „In jedem Fall. Gläubiger, Kunden, Mitarbeiter und Unternehmer – eigentlich gewinnen alle. Einziger Wermutstropfen ist für mich, dass heute noch viel zu wenige Unternehmer diese Chance kennen, erkennen und auch nutzen.“