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Bitteres Weihnachten für eine Unternehmerfamilie Kommentar Von Alexandra Lutzenberger 19.12.2018

Es ist eine traurige Nachricht, dass ein traditionsreiches Landsberger Unternehmen in einer finanziellen Schieflage ist.

Auch die Folgen für den Landkreis sind bitter, denn jetzt muss quasi über die Feiertage eine neue Lösung her. Das Landratsamt ist gefordert, sagt LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger.

Die EU hat einige Vorteile, aber auch Nachteile, jedenfalls für Unternehmer vor Ort, die sich um öffentliche Aufträge bei Stadt und Landkreis bewerben. So bekommt nicht immer der Unternehmer den Zuschlag, der wie das Traditionsbusunternehmen Eisele im Landkreis Landsberg bekannt und bewährt ist, sondern „der, der die Ausschreibung gewinnt“, also das „wirtschaftlichste Angebot“. Eine Bevorzugung von ortsansässigen Unternehmen ist nicht möglich.

Nach 24 Jahren an anderes Busunternehmen vergeben

Stadt und Landkreis mussten deshalb den Stadtbus an ein anderes Unternehmen vergeben, nach 24 Jahren. Das führte schon im Februar 2018 zu Protesten und hat jetzt vor Weihnachten auch weitere Folgen für die Firma Eisele. Wer sie kennt, weiß wie wichtig den Brüdern und ihrer Mutter, der ganzen Familie, das Busunternehmen ist. Zu hoffen bleibt, dass die Mitarbeiter bei den Unternehmen, die dann die Linien übernehmen, einen neuen Job finden. Das ist auch unter der Aussage des Insolvenzberaters Thomas Planer zu verstehen, „dass die 24 Arbeitsplätze erhalten bleiben“. Könnte so sein, aber wohl auch bei anderen Arbeitgebern.

Viele Erinnerungen an die Firma

Für die Landsberger ist das eine sehr traurige Mitteilung. Denn fast jeder verbindet eine Erinnerung mit dem Busunternehmen. Ob es die Fahrten im Schulbus, ins Theater nach Augsburg oder zum Skikurs sind. Früher kannte man jeden Busfahrer, und es ist schade, dass sie bei der Ausschreibung für den Stadtbus damals nicht zum Zuge kamen. Daran hat aber nicht die Stadt die Schuld.

Schneller Ersatz

Man kann der Familie Eisele nur wünschen, dass das Unternehmen den Weg aus der Insolvenz schafft und zumindest beim Reise- und Touristikverkehr weiterarbeitet. Einen geschickten Sanierungs- und Insolvenzverwalter, dessen Mitteilungen sich wie Werbetexte lesen, haben sie bereits gefunden. Den bräuchte der Landkreis jetzt auch. Denn schnell Ersatz für diese Buslinien zu finden, das wird eine spannende und sehr sportliche Aufgabe werden. Zumal man jetzt wohl nicht die besten Karten für Verhandlungen hat, denn Thomas Eichinger muss sehr schnell eine Lösung finden. Egal wie.