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Standortbestimmung und Neuausrichtung Presseinformation vom 15. Januar 2020

Gregor Hofbauer GmbH geht in die Eigenverwaltung

Für die Gregor Hofbauer GmbH stehen die Zeichen auf Zuversicht. Der bayerische Kunststoffspezialist für Extrusionsblasformen und Spritzgusstechnik hatte Mitte Dezember 2019 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Memmingen gestellt. Da dieser nun bestätigt wurde, bedeutet das konkret: Die Firma Gregor Hofbauer befindet sich seit dem 15. Januar 2020 in der vorläufigen Eigenverwaltung nach § 270a InsO (Insolvenzordnung) und kann sich aus eigener Kraft wieder sanieren. Anlass zur Hoffnung bietet zudem die Besetzung des Sanierungsteams: Zur fachgerechten Begleitung des Verfahrens wurde mit Klaus Ziegler von der Unternehmensberatung Planer & Kollegen ein echter Sanierungsexperte mit an Bord geholt, als gerichtlich bestellter vorläufiger Sachwalter wird Rechtsanwalt Wolfgang Müller von der Kanzlei Müller Rock Insolvenzverwaltung den Prozess begleiten.

Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) trat am 1. März 2012 in Kraft. Ziel der Verordnung: Am Ende einer Insolvenz in Eigenverwaltung nach § 270a InsO (Insolvenzordnung) sollen betroffene Unternehmen erfolgreich saniert sein und wieder auf eigenen Beinen stehen. Klaus Ziegler, geschäftsführender Gesellschafter der Sanierungsberatung Planer & Kollegen: „Wir freuen uns, dass das Gericht unserer Einschätzung gefolgt ist und den Antrag auf Eigenverwaltung bestätigt hat.“ Auf diese Weise ist es nun möglich, die in Schwierigkeiten geratenen Kunststoffspezialisten wieder vollständig auf Vordermann zu bringen. Die Eröffnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens durch das Amtsgericht stimmt dabei äußerst optimistisch: Sie zeigt, dass die Gregor Hofbauer GmbH nicht nur als sanierungswürdig, sondern auch als sanierungsfähig eingeschätzt wird. Ziegler weiter: „Gemeinsam werden wir die Organisationsstruktur und Prozesse analysieren und optimieren. Dazu gehört es auch, die Kernkompetenzen von Hofbauer im Markt noch mehr zu positionieren, um hieraus neue Umsatzpotentiale zu realisieren. So werden wir die Gregor Hofbauer GmbH wieder fit machen für eine gesicherte Zukunft auf eigenen Beinen.“ 

Geschäftsbetrieb geht weiter – Gehälter sind gesichert

Der Fokus des Verfahrens wird dabei auf der Sanierung und dem Fortbestand des Unternehmens liegen. Durch die modernisierte Insolvenzordnung und die damit verbundene Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung um Dr. Thomas Bonin in vollem Umfang handlungsfähig. Denn das Besondere an der Insolvenz in Eigenverwaltung ist, dass – anders als bei einer Regelinsolvenz – kein externer Insolvenz­verwalter ins Haus kommt. In dieser Funktion agiert vielmehr die Geschäftsleitung. Das Eigenverwal­tungsverfahren bedeutet deshalb konkret für alle Mitarbeiter, Kunden und Partner: Der Geschäftsbetrieb geht vollumfänglich weiter, die Gehälter der nächsten Monate sind gesichert und die Aufträge werden weiter ausgeführt. 

Der bayerische Kunststoffverarbeiter ist aufgrund eines unerwarteten Einbruchs der Auftragseingänge im letzten Quartal, und der daraus resultierenden fehlenden Umsätze, in finanzielle Schieflage geraten. Mithilfe

des Eigenverwaltungsverfahrens wird dieser Entwicklung jetzt entgegengewirkt und im Rahmen der Sanierung an strukturellen Prozessen, Abläufen und der Gesamt-Organisation gearbeitet. Denn eines ist für den Sanierungsexperten Klaus Ziegler klar: „Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist zu keinem Zeitpunkt als das Ende der Gregor Hofbauer GmbH zu sehen, sondern vielmehr als Standortbestimmung und wichtiger Schritt hin zu einer Neuausrichtung. Wir gehen fest davon aus, dass das Unternehmen nach der Sanierung eine höhere Effizienz und Schlagkräftigkeit zeigen wird.“ Als Grundsteine für einen Erfolg im laufenden Verfahren wertet er dabei eine offene Kommunikation mit allen Gläubigern, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie die konsequente Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen. Geschäftsführer Dr. Thomas Bonin hat ganz klare Ziele für die Zukunft: „Wir hoffen, durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung eine nachhaltige Sanierung durchführen zu können. Ziel ist es, das Unternehmen zukunftsfähig auszurichten, um in den kommenden Jahren wieder erfolgreich zu sein und weiterhin Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern.“